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Baumschnitt und besonders Obstbaumschnitt gehört zur Gartenpflege

27 Dez

Autor: - Kategorie: Baumschnitt / Obstbaumschnitt

Baumschnitt und Strauchschnitt

Das Schneiden von Gehölzen hat mehrere Effekte

  • Gleichgewicht zwischen Wurzeln und oberirdischen Trieben herstellen
  • Verjüngung der Pflanzen
  • Gesunderhaltung bei kranken Stellen, wie Pilzbefall
  • Kleinklimaverbesserung
  • Verbesserung der Standortbedingungen
  • Vorbeugung von Astbrüchen
  • Formschnitt

Der Pflanzschnitt

wird durchgeführt um ein Gleichgewicht von Wurzeln und oberirdischen Trieben zu erhalten und somit ein problemloses Anwachsen zu gewährleisten. Dies geschieht bei wurzelnackten Pflanzen, wo nicht mehr die Anzahl Wurzeln vorhanden ist um das ganze Astgeflecht zu ernähren. Hier werden beschädigte Wurzeln und abgebrochene Triebe sauber nachgeschnitten. Als Regel gilt, dass ca. 1/3 eingekürzt wird.

Verjüngung der Pflanzen

wird vor allem bei Halbsträuchern wie Thymian, Lavendel, Salbei etc. notwendig. Dabei sollte besonders bei Halbsträuchern immer während der Vegetationszeit geschnitten werden, damit die Wunden schnell wieder verschließen können. Nur zu oft werden Pflanzen durch einen falschen Schnittzeitpunkt zerstört. Gerade bei den Halbsträuchern wird durch einen  Schnitt das unansehnliche Verkalen der unteren Astpartien verhindert. Auch hier gilt bei einer ausgewogenen Pflanze ca. um 1/3 einkürzen. Der richtige Schnittzeitpunkt liegt hier zwischen April und September, wenn der Stoffwechsel noch genügend aktiv ist.

Park- Strauchrosen gewinnen durch starken Rückschnitt alle 4 bis 5 Jahre wieder an Blühkraft und Wüchsigkeit. Auch Schlinger, wie Clematis und hier vor allem die Hybriden, können durch einen Rückschnitt wieder Kraft und Blühfreudigkeit bekommen. Beim  Obstbaumschnitt und hier speziell der Verjüngungsschnitt kann bei in die Jahre gekommenen Bäumen der Ertrag wieder gesteigert werden. Außerdem erhält man anstatt viele kleiner Äpfel wieder weniger aber größere Äpfel geerntet werden.

Gesunderhaltung

Bei erkrankten Stellen der Pflanzen durch zum Beispiel Pilzbefall werden die befallenen Stellen ausgeschnitten. Hier ist es sehr wichtig, dass man früh genug beginnt solche Stellen auszuschneiden. So wird schon rechtzeitig ein Ausbreiten der Krankheiten begrenzt. Außerdem sollte das abgeschnittene Material immer aus dem Garten entfernt werden, da es wie zum Beispiel bei dem Obstbaumkrebs über Jahre infektiös bleibt.

Kleinklimaverbesserung

Wennn durch zu dichtes Geäst die Pflanzen nicht richtig abtrocknen können    ( zum Beispiel bei Obstbäumen) droht die Gefahr von Pilzbefall, denn Feuchtigkeit begünstigt immer eine gute Keimbedingung der Pilzsporen. Außerdem steigt durch eine große komprimierte Anzahl an Ästen auf engem Raum die Wahrscheinlichkeit einer mechanischen Beschädigung einzelner Äste durch gegenseitiges Aufeinanderreiben bei Windbewegung.

Besonders durch einen Obstbaumschnitt wird das Kleinklima in der Hinsicht verbessert, dass die Früchte besser besonnt werden können. Somit fördert dieser Baumschnitt auch die Qualität und Reife, wenn das Laub nicht zu dicht ist und die Früchte schattiert.

Verbesserung der Standortbedingungen

Hauptsächlich sind es hier die Lichtbedingungen die wir für den Standort verbessern oder erhalten. Es geht hier um den Schnitt eines Stärkeren, um die Bedingungen für die Schwächeren zu erhalten oder wieder zu verbessern. Es sind meist die schwachwüchsigen  Sträucher und Stauden, die mit höheren Bäumen in Gemeinschaft leben und die leidtragenden sind.

Doch im Laufe der Jahre verändern sich die Bedingungen. Und je nach dem wie anpassungsfähig eine Pflanze ist, umso länger bleibt sie erhalten. Werden die Bedingungen zu ungünstig für eine Pflanzenart, so verliert sie an Wiederstandkraft und wird schwächer bis sie ganz stirbt. In der Natur ist dieser Vorgang normal und die Landschaften verändern sich.

Aber unsere Gärten sind Kulturflächen und wir wollen unsere ausgesuchten Pflanzengemeinschaften möglichst lange erhalten. Deshalb müssen wird Gartenpflege betreiben. Deshalb dient auch hier ein Baumschnitt zur Erhaltung der ürsprünglich angedachten Lebensgemeinschaft.

Gerade in der Standortfrage erlebe ich immer wieder, dass in neu angelegten Gärten die Pflanzung viel zu dicht erfolgt und schon nach 2 bis 3 Jahren schon wieder im großen Maße eingegriffen werden muß. Die Pflanzen bedrängen sich gegenseitig und einige müssen deswegen wieder entfernt werden.

Grund ist die Ungedult, denn es soll vom Pflanztag an alles fertig aussehen. Besser ist es doch, wenn die Pflanzen sich unbedrängt vom Nachbarn entwickeln können und zu einer Gemeinschaft von konkurrenzfähigen Individuen heranwachsen. Umso später muss auch durch Baumschnitt eingegriffen werden.

Vorbeugung von Astbrüchen

Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme aus sicherheitstechnischen Gründen. Sollten sich Äste durch Alterswuchs im Laufe der Zeit herabgesenkt haben und sind bei Wind eine Gefahr für Bauwerke. So sollte hier der Ast eingekürzt oder ganz entfernt werden. ( Auf dieses Einkürzen komme ich in einem anderen Artikel zurück, Thema : Huthaken)

Auch bei älteren Obstgehölzen kann es bei zu viel Fruchtholz bei Wachstum der Früchte zu einem übermässigen Gewichtzuwachs kommen und zu einem Brechen des Astes führen. Das Problem “gebrochener Äste”  ist einerseits unschön für das Aussehen und stört das Gesamtbild wenn plötzlich ein großes Loch entsteht.

Aber der Bruch selber ist meist unsauber und erfolgt oft in einem langen Riss.

Dies kann Eintrittspforte für Schadorganismen sein und Risse am Stamm sind nur schwer durch Nachschnitt zu verbessern. Also gehört auch hier ein frühzeitiger Baumschnitt zu einer guten Gartenpflege

Formschnitt

Diese Art vom Baumschnitt gilt einem geziehlten Aufbau einer Hecke oder eines Einzelgehölzes schon von der Pflanzung an. Bei Einzelgehölzen werden Kugeln oder Kegel oder sonstige Formen geschnitten. Buxbaum und andere Formgehölze werden besonders in japanischen Gärten verwendet. Sind die Formen wie gewünscht erreicht, müssem sie regelmässig durch einen Erhaltungsschnitt gepflegt werden.

Möchte man eine Hecke auf eine bestimmte Höhe haben, so schneitet man nach der Pflanzung die Pflanzen nur einheitlich in der Höhe. Die Seiten sollten schon jetzt in einer Flucht scharf geschnitten werden.

Jeder Schnitt sorgt für Verzweigung und somit für eine von unten her dichtaufgebaute Hecke, die sich ineinander stabil verkeilt und keine Lücken aufweist.

Läst man die Hecke erst auf die Wunschhöhe wachsen, können unregelmäßiger Wuchs oder Löcher im unteren Bereich nicht mehr korrigiert werden.

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Kommentare

Sie finden hier 2 Kommentare zu “Baumschnitt und besonders Obstbaumschnitt gehört zur Gartenpflege”

  1. Janneke Knudsen meinte am 14. Februar 2011 - 14:38 Uhr

    Super Artikel, vielen Dank für die interessanten Infos. Ich habe vor 2 Jahren ein Enfamilienhaus mit Grundstück gekauft. Dort steht ein großer Apfelbaum (ich glaube Rubin), der wahrscheinlich seit 10 JAhren nicht beschnitten worden ist. Habe ich jetzt etwas besonderes zu beachten, wenn ich ihn das erste mal nach solanger Zeit behandeln möchte?

    ID 3

  2. garteninfo meinte am 15. Februar 2011 - 20:02 Uhr

    Danke fürs Lob !
    Der angesprochene Apfelbaum sollte nach 10 Jahren nicht gleich zu radikal beschnitten werde. Im Groben sollte man maximal 1 Drittel zurückschneiden. Das heißt nicht, 1 Drittel eines jeden Astes, sondern im Gesamtverhältnis zur Astmenge. Besonders zunächst nach innen wachsende Äste entfernen und Stellen die sich übereinander lagern auslichten. Dann nach einem Jahr wieder einen Teil. Man kann nicht mit einem Schnitt einen wohlmöglich noch viel älteren Baum in einem Schnitt wieder verjüngen und in Form bringen. Dies würde nur übermässige Wasserschossen erzeugen.
    Schöne Grüsse
    Matthias Schramm

    ID 4

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