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Was bedeutet Pflanzenschutz

08 Sep

Autor: matrona - Kategorie: Pflanzenschutz

Pflanzenschutz

Pflanzenschutz bedeutet Schäden unserer Garten – und Nutzpflanzen zu verhindern. Dafür werden alle bisherigen wissenschaftlichen Erfahrungen herangezogen.

Es sollte ein so genannter integrierter Pflanzenschutz sein. Er kombiniert biologische, biotechnische und pflanzenzüchterische Maßnahmen. Für die Gartenbaubetriebe gilt eine ständige Kontrolle der Kulturtechnik und Anbauverfahren. Dadurch werden Schadenrisiken durch Anwendung neuester Techniken und Verfahren verringert. Das Ergebnis soll sein kräftige und widerstandsfähige Pflanzen für den Verbraucher zu erzeugen.

Alle diese Maßnahmen führen dazu die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß zu beschränken.
Dabei gilt :“So viel wie nötig und so wenig wie möglich”

Um dann gezielt gegen den jeweiligen Schädling vorgehen zu können, müssen wir die richtigen Schadbilder dem Verursacher zu ordnen. Das ist in vielen Fällen nur dem Gärtner möglich der täglich damit konfrontiert wird.

In meiner Meisterschulzeit habe ich ein super anschauliches Buch kenn gelernt. Es werden die Schadbilder in Fotos abgebildet und die Schädlinge damit deutlich erkennbar gemacht. Außerdem werden vorbeugende Maßnahmen beschrieben und chemisch wirksame Wirkstoffe genannt. Die Wirkstoffe können anhand einer Tabelle einem Pflanzenschutzmittel zugeordnet werden.

So kann auch der Laie deutlich anhand der Schadbilder erkennen was hier die Ursache für die Schäden sind.

Dieses Buch ist ein anschaulicher Ratgeber der jedem Gartenliebhaber wärmstens empfohlen werden kann.

Es ist der Bildatlas “Pflanzenschutz an Zier- und Nutzpflanzen” von Moritz Bürki, den sie auf unterstehender Anzeige bestellen können.

Bei jeder Maßnahme gegen auftretene Schadorganismen sollten immer erst milde ungefährlichere Mittel bevorzugt werden. Dazu zählt unter anderem der biologische Pflanzenschutz.

Für den biologischen Pflanzenschutz gibt es folgende Hilfsmittel:

- Gelbtafeln in verschiedenen Größen
Sie locken fliegende Schädlinge wie Blattläuse, Weiße Fliegen, Trauermücken, Minierfliegen etc. an und die Tiere bleiben auf den geleimten Tafeln kleben.

-  Blautafeln
Auf diese Farbe reagieren vor allem Thripse, die dann auch kleben bleiben.

- Leimringe für den Schutz gegen Frostspanner werden um die Baumstämme gebunden. Damit können die flügellosen Frostspannerweibchen nicht mehr vom Erdboden in die Bäume gelangen. Die Ringe sollten schon im September angebracht werden und bis zum Frühjahr hängen bleiben, damit auch Raupen die unterhalb des Ringes geboren wurden nicht die Krone erreichen.

- Obstmaden- und Pflaummadenfallen sind Pheromonfallen. Dabei werden Sexualduftstoffe ausgesandt und die männlichen Wickler anlocken und sie in die Falle locken, wo sie auf Klebeflächen hängen bleiben.

Somit werden die Weibchen nicht befruchtet und es werden keine Früchte angefressen oder zumindest wird der Befall sehr stark verringert.

- Bei der Kirschfruchtfliegenfalle wird dem Fliegenweibchen eine übergroße gelbe Kirsche vorgesetzt. Sie ist mit Klebstoff bestrichen und die Tiere können nicht mehr entkommen.

Weiterhin gibt es noch die Anwendung von Nützlingen zum Beispiel gegen Dickmaulrüßler oder Trauermücken. Dieses Thema jedoch möchte ich extra behandeln in einem anderen Artikel.

Die Methode für den Pflanzenschutz bei dem ein chemisches Mittel eingesetzt wird,  ist besonders gewissenhaft durchzuführen. Es handelt sich hier um Giftstoff. Und sie wirken auch nur in der angegebenen Konzentration.

Es darf niemals gelten mehr hilft auch besser. Im Gegenteil es kann unserer Pflanze schaden, aber ganz besonders unserer Umwelt.

Für die vielen Schädlinge gibt es natürlich auch sehr viele Pflanzenschutzmittel beziehungsweise Wirkstoffe.  Eine Aufzählung würde den Rahmen sprengen, weil einerseits Mittelzulassungen auslaufen und andererseits es von verschiedenen Anbietern Produkte gibt, die den gleichen Wirkstoff haben, aber unter anderer Bezeichnung im Handel sind.

Sehr wichtig beim Anwenden chemischer Pflanzenschutzmittel ist der Schutz des Anwenders. Es geht hier um Gebrauch gesundheitsgefährdender Stoffe. Dabei ist es notwendig Schutzkleidung zu tragen.

Gerade beim Ansetzen der Spritzbrühe ist große Vorsicht geboten, denn in diesem Moment arbeitet man mit der hoch konzentrierten Form des Wirkstoffes. Dieser Stoff kann sowohl flüssig als auch in Pulver oder Granulatform vorliegen. Es wird jeweils mit Wasser auf die in der Gebrauchsanleitung angegebenen Dosierung aufgelöst oder verdünnt.

In der Gärtnerprüfung gilt das Fach Pflanzenschutz und seine Themen wie Anwenderschutz, Umweltschutz, Dosierung und Schadschwellenerkennung als so wichtig, dass ein Durchfallen für ein Nichtbestehen der gesamten Gärtnerprüfung zur Folge hat.

Und das nicht ohne Grund, denn früher wurde, wie heute noch in den Entwicklungsländern nur wenig Wert auf Schutzmaßnahmen für den Anwender und die Umwelt gelegt. Es kam zu vielen Unfällen, selbst mit tödlichen Ausgängen. Des weiteren auch Allergien und andere chronische Erkrankungen die zum Teil eine Berufsunfähigkeit nach sich zogen.

Aus diesem Grund sind viele Pflanzenschutzmittel zwar mit  einer hohen Wirksamkeit aber mit einer zu hohen Giftigkeit heute verboten. In vielen anderen Ländern, besonders außerhalb der EU werden sie oftmals noch ohne große Schutzmaßnahmen benutzt. Es bestehen selten gesetzliche Vorschriften.

Diese Tatsache betrifft uns allerdings wieder direkt  in dem viel dieser unfachmännisch  behandelten Pflanzen in Form der Ernteprodukte in unterschiedlicher Form wieder zu uns kommen. Wir nehmen sie als Nahrung zu uns oder stellen sie wie zum Beispiel die Schnittblumen zur Zierde in unsere Häuser.

Bei den Schnittblumen ist es so, dass viele Floristen Allergien besonders an den Händen haben, weil sie die Pflanzen bearbeiten. Diese begründen sich aus den vorhandenen Spuren der Pflanzenschutzmittel.

Oberstes Gebot muss Sicherheit für Mensch und Umwelt sein.

Einige Privatanwender mögen nun behaupten: ” Was können denn schon diese Kleinmengen der Umwelt ausmachen, wo doch der gewerbliche Gartenbau und die Landwirtschaft doch viel größere Mengen verbrauchen”.

Gärtnerische und landwirtschaftliche Betriebe sind im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ausgebildet. Ein Fehler bei der Dosierung würde unmittelbar die Betriebskosten in die Höhe schrauben und den eigenen Gewinn schmälern.

Untersuchungen haben ergeben, dass besonders die Hobbygärtner diese giftigen Substanzen unfachmännisch anwenden. Wenn man dann die große Anzahl der Hobbygärtner sieht, bekommt der Umfang doch schon eine größere Bedeutung.

 

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Kommentare

Sie finden hier 2 Kommentare zu “Was bedeutet Pflanzenschutz”

  1. rrhase meinte am 21. September 2011 - 18:55 Uhr

    Hallo

    Also zumindest in Bezug auf die Kirschfruchtfliegenfallen muss ich die Wirksamkeit bezweifeln. Dazu habe ich in diesem Jahr einen kleinen Versuch unternommen. Genutzt haben die Gelbtafeln nicht. Nachzulesen hier:

    http://neulichimgarten.de/blog/ dies-und-das/helfen-gelbtafeln-gegen-kir schfruchtfliegen/

    Gruss RR

    ID 19

  2. Anni Schaller meinte am 6. Februar 2015 - 13:23 Uhr

    Hallo liebe Gartenfreunde!
    Herzlichen Dank für die Garteninfo – Seite.
    Möchte auch mit einem Beitrag zum Pflanzenschutz ohne Chemie beitragen.
    Aus der Luft kommt eh schon genügend Umweltschmutz in unsere Gärten, warum dann auch noch im Hobbygarten die große Chemiekeule? Von einer bekannten bekam ich folgendes Spritzmittel gegen Läuse, weiße Fliege und sonst noch allerhand, und es ist einen Versuch wert es damit zu probieren. Bei mir hat es geholfen und so ist es zusammengesetzt: 1L Wasser, 1 Eßl. Öl, 1 Teel.Essig (normal), 1Teel. Backpulver. Alles in eine Sprühflasche geben und gut durchschütteln. Die Pflanzen damit besprühen, auch die Blattunterseiten. Die Sprühung erst am Abend oder bedeckem Himmel vornehmen, denn bei Sonnenschein entstehen Verbrennungen. Nach Notwendigkeit wiederholen.

    Ein erfolgreiches Gartenjahr wünscht A. Schaller

    ID 138

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